Gesundheitlicher Nutzen von Elektrorädern

04.11.2020 17:59

Der gesundheitliche Nutzen von Elektrorädern ist längst nachgewiesen: So stellten Forscher von der Universität Bristol 20 Patienten mit Typ-2-Diabetes E-Bikes zur Verfügung. Nach fünf Monaten hatten die Probanden ihre Ausdauer um elf Prozent gesteigert. Zwei Drittel der Testpersonen gaben zudem an, dass sie sich ein eigenes E-Bike kaufen wollten.

Anfängern rät Diabetologe Kröger: „Start low, go slow.“ Gerade Typ-2-Diabetiker sollten gemütlich loslegen. „Viele leiden unter Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz, koronarer Herzkrankheit oder Neuropathie, die bei Überlastung gefährlich werden können“, betont er. Patienten wie sie klärten idealerweise vor dem Start mit ihrem Arzt ab, welche Bewegungsform sich in welcher Intensität eigne. Auf diese Weise lassen sich der Trainingsumfang oder die Kohlenhydratzufuhr so anpassen, dass es während des Radausflugs nicht zu folgenschweren Spitzen ihres Blutzuckerspiegels kommt.

„Wichtig ist, individuell dosiert und regelmäßig zu radeln und Spaß dabei zu haben“, sagt Diabetologe Kröger.

Seit einigen Jahren sind die elektrischen Flitzer auf dem Vormarsch, die Nachfrage nach den E-Zweirädern steigt. Sie lassen Großstädter unverschwitzt im Büro ankommen, Mütter ihre Kinder kilometerweit im Anhänger chauffieren und Bergfreunde mit dem Mountainbike persönliche Bestmarken knacken. Dank des akkubetriebenen Hilfsmotors finden auch wieder Menschen zurück zum Sport, die sich bisher wegen ihres Alters, fehlender Kondition oder Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes nicht mehr auf ein Fahrrad geschwungen haben. Mit Pedelec, E-Bike & Co. profitieren sie von mehr Flexibilität in ihrer Freizeit und einer gesünderen Lebensweise.

„Viele Betroffene leiden an Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenproblemen oder Gelenkverschleiß“, sagt Diabetologe Kröger. „Pedelecs sind für sie eine niedrigschwellige Möglichkeit, um aktiv zu werden.“ Jeder könne die sportliche Belastung an seine eigenen Fähigkeiten anpassen. Und selbst wenn es mal Gegenwind gebe oder ein steiler Anstieg drohe, senke das nicht die Motivation. „Ich erlebe bei meinen Patienten immer wieder, wie viel Spaß ihnen das E-Biken macht“, beobachtet der Mediziner. Zudem profitieren sie auch gesundheitlich: So verbessert Radfahren die Insulinresistenz. Die Muskelzellen nehmen mehr Glukose auf, und die Blutzuckerwerte sinken. „Zusammen mit einer vernünftigen Ernährung kann Bewegung dafür sorgen, dass sich der Zuckerstoffwechsel verbessert“, erklärt Kröger. Regelmäßige Pedelec-Touren helfen gegen Übergewicht und damit gegen einen der größten Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes. Nebenbei lassen sich typische Folgeerkrankungen abmildern oder verhindern. „Radfahren ist auch mit Motorunterstützung eine Form des moderaten Ausdauertrainings“, sagt Kröger.

„Es stärkt das Herz-Kreislauf-System, verbessert die Lungenfunktion, senkt den Blutdruck, fördert den Muskelaufbau und schont die Gelenke.“

Das Fazit der Forscher: „Kombiniert man die durchschnittliche Herzfrequenz mit der Fahrzeit als Fahrleistung, zeigt sich das Pedelec- dem Fahrradfahren überlegen.“ Ein weiteres positives Ergebnis: Nur auf dem Pedelec schafften die Teilnehmer das von der Deutschen Diabetes Gesellschaft empfohlene Mindestpensum an Sport: 150 Minuten wöchentlich körperliche Aktivität, also an fünf  Tagen je eine halbe Stunde Bewegung.
 


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